Betreute Wohnprojekte sind zumeist Wohngemeinschaften. Diese Hilfeform richtet sich an Menschen mit Förderbedarf aufgrund von Einschränkungen der geistigen, körperlichen und/oder seelischen Entwicklung. Der Aufenthalt der Bewohner ist in der Regel zeitlich begrenzt und soll ihnen die Perspektiven für eine künftige, selbständigere Lebensführung eröffnen. Individuelle Kompetenzen, Potentiale und Ressourcen der Bewohner sollen entwickelt werden. Zugleich wird die Möglichkeit geboten, eigene Lebensvorstellungen zu erproben und das alltägliche Zusammenleben kreativ mit zu gestalten.
Wohnprojekte sind keine "Einrichtungen", bei denen eine pädagogische Betreuung im Mittelpunkt steht. Vielmehr handelt es sich um inklusiv ausgelegte, einrichtungsferne Wohnformen. Oft leben Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen. Letztere sind entweder beim Träger beschäftigt, oder es handelt sich um externe Personen, z.B. Studenten, die in begrenztem Umfang lebenspraktische Assistenz leisten und dafür mietfrei wohnen oder nur eine geringe Kostenbeteiligung zahlen.
Wohnprojekte werden von pädagogischen Fachkräften unterstützt, die für die Planung und Umsetzung individueller Entwicklungsziele verantwortlich sind und als Prozessbegleiter und Organisationshelfer mitwirken.
Die Finanzierung erfolgt - nach entsprechender Bewilligung - auf Basis einer Leistungsvereinbarung mit dem kommunal zuständigen Sozialhilfeträger. Anders als bei ambulanten Betreuungsformen erfolgt die Abrechnung nicht anhand der geleisteten Fachleistungsstunden, sondern stellenbasiert pauschal.
Für die Aufnahme als Bewohner eines betreuten Wohnprojekts muss vom Kostenträger eine Grundanerkenntnis bewilligt werden. Die Klientendokumentation im weboffice.sozial beginnt typischerweise mit der Antragstellung. Zunächst werden die Personen-Stammdaten des Antragstellers im Gesamtbestand des Trägers recherchiert oder bei erstmaligem Auftreten neu erfasst. Dann wird mit wenigen Klicks Betreutes Wohnen in der Eingliederungshilfe als neues Hilfeverhältnis eröffnet.
Nach dem weboffice.sozial Login wählt der Anwender einen Klienten aus und gelangt damit direkt zum Dialog Übersicht der Klientendokumentation - hier ein Beispiel:

Der Aufbau der Übersicht unterscheidet sich nach der Hilfeart und gemäß der Konfiguration, die uns der jeweilige Träger vorgibt. Nachfolgend werden die wichtigsten Arbeitsbereiche vorgestellt, zu denen der Nutzer aus der Übersicht durch Klick auf die entsprechenden Link-Schaltflächen gelangt.
Voraussetzung für die ambulante Betreuung eines Klienten ist in jedem Fall die Grundanerkenntnis durch den jeweiligen Kostenträger. Für deren Beantragung ist im
weboffice.sozial ein Formularsatz
Anspruchsbegründende Stellungnahme verfügbar. In der Eingliederungshilfe wird diese - anders als in der Wohnungslosenhilfe - aus Sicht des Klienten erstellt. Zunächst wird die Vorgeschichte dargestellt, dann folgen fünf Abschnitte zur Beschreibung der aktuellen Situation in den Lebensbereichen Gesundheit, Wohnen, Arbeit, Soziales und Finanzen. Abschließend wird der Hilfebedarf erläutert. Die Stellungnahme wird vom
weboffice.sozial im Word-Format ausgegeben. Sie ist vielfach praxiserprobt und wird in der Regel auf Seiten des Kostenträgers problemlos akzeptiert.
Wenn in der Leistungsvereinbarung Ihres Trägers keine Anspruchsbegründung vorgesehen ist, blenden wir diese Schaltfläche in Ihrer weboffice.sozial Version aus.
Die Dokumentation des Anerkennungsverfahrens im weboffice.sozial beginnt mit dem Antrag auf Grundanerkenntnis. Eingetragen werden das Antragsdatum, der vorgesehene Bewilligungszeitraum und weitere Eckdaten. Der Status des Verfahrens ist "beantragt", er wird erst nach Eingang des Bewilligungsbescheids auf "bewilligt" umgesetzt. Später werden Fortschreibungen der Grundanerkenntnis ebenso dokumentiert. Wenn Bewilligungen auslaufen bzw. abgelaufen sind, weist das weboffice.sozial mit verschiedenen Warnstufen darauf hin.

Assistenzmaßnahmen beziehen sich die in der
Zielvereinbarung formulierten
Einzelziele. Der pädagogische Begleiter wahrt so die Übersicht, welche Entwicklungsziele aktuell mit welcher Intensität verfolgt werden oder ggf. künftig verstärkt zu bearbeiten sind. Die Dokumentation ist im Hinblick auf eine schnelle Erledigung optimiert: das Tagesdatum ist vorbelegt, aus der Liste vordefinierter Einzelziele wird der ggf. zutreffende Eintrag ausgewählt, und optional können textliche Erläuterungen in beliebiger Ausführlichkeit hinzugefügt werden. Zeitdauer und Uhrzeit werden nicht erfasst, da die Abrechnung dieser Hilfeform pauschal erfolgt und nicht anhand der erbrachten Fachleistungsstunden.
Eine chronologische Zusammenstellung der Assistenzmaßnahmen kann als Report ausgegeben werden - dies wahlweise für einen bestimmten Zeitraum oder für das Hilfeverhältnis insgesamt. Zur Sicherung der Betreuungsqualität kann eine automatische Warnung aktiviert werden, wenn die letzte dokumentierte Assistenzmaßnahme länger als eine bestimmte Zahl von Tagen zurückliegt.
Die Wichtigen aktuellen Angaben in der Klientendokumentation dienen dem schnellen Zugriff auf häufig benötigte Angaben - vor allem sind dies personenbezogene und Kontaktdaten wie Handy-Nr., Email, Anschrift, Bemerkungen zur Person, Detailangaben zur gesetzlichen Betreuung etc.
Weiterhin sind dort die wichtigen Eckdaten zur aktuellen Hilfe zu finden - also Hilfebeginn, Bewilligungsstatus, Bezugsbetreuung und Angaben zum Kostenträger. Hinzu kommen Informationen zur Einkommenssituation (Leistungsbezüge, Renten etc.), zum finanziellen Status und der Schuldensituation, sowie zur Sozial- und Krankenversicherung.
In der Praxis viel genutzt wird ein optisch hervorgehobenes Feld "Wichtiger Hinweis", was sich besonders nützlich erweist, um im Urlaubs- und Krankheitsfall Hinweise an die vertretenden Kollegen und Kolleginnen zu übermitteln - z.B. "Hausarzt-Termin am Dienstag!".
Das Klientendeckblatt ist ein pdf-Formular mit diversen Angaben zum Klienten und seiner Hilfe. Was bei den Wichtigen aktuellen Angaben eingetragen wird, übernimmt das weboffice.sozial automatisch auch in das Klientendeckblatt, sein Umfang geht aber weit darüber hinaus.
Bei betreuten Wohnprojekten umfasst es neben den Personendaten Angaben zum Hilfeverhältnis, ggf. zur gesetzlichen Betreuung, Kontaktdaten zu Institutionen und im persönlichen Bereich des Klienten, Adressen von Ärzten und Therapeuten, Informationen zur gesundheitlichen Situation, Sozial- und Krankenversicherung, ggf. Schwerbehindertenausweis, Bankverbindung etc.
Auch wenn das weboffice.sozial auf eine elektronische Klientenakte zielt, wird in der Regel weiterhin eine papiergebundene Stammakte für jede Hilfe geführt. Hier kommt das Klientendeckblatt zum Einsatz. Ein Ausdruck lässt sich per Mausklick erstellen und wird bedarfsweise auch zur Informationsweitergabe zwischen Fachkräften genutzt.
Im weboffice.sozial Dokumentenspeicher werden alle Arten von Dokumenten verwahrt, die sich auf das Hilfeverhältnis beziehen. Dies können Kopien selbst gestellter Anträge sein, Bescheide von Behörden, diverse Korrespondenz, Ausweiskopien, Erklärungen des Klienten (z.B. Einwilligung in die Datenverarbeitung, Regelungen zum Datenschutz) etc. Der weboffice.sozial-Dokumentenspeicher wird in der Praxis sehr viel genutzt - manche Träger halten gar keine papierbasierte Klientenakte mehr vor, sondern speichern hier sämtliche im Hilfeverlauf anfallenden Dokumente.
Die Zielvereinbarung dient der Planung individueller Entwicklungsziele. Sie steht im Mittelpunkt der pädagogischen Begleitung und ist Grundlage des Hilfeprozesses. Es gibt vordefinierte Einzelziele in verschiedenen Lebensbereichen. Jedes dieser Ziele kann zur Vereinbarung ausgewählt werden. Weiterhin wird die aktuelle Lage beschrieben, Selbst- und Fremdeinschätzungen werden kategorisiert und eine Zielsetzung in Verbindung mit entsprechenden Maßnahmen formuliert. Im Verlauf des Hilfeprozesses wird die Zielvereinbarung durch Fortschreibungen ergänzt. Dabei wird für bestehende Ziele die aktuelle Situation dokumentiert und über Abschluss bzw. Fortführung mit neuen Maßnahmen entschieden, und es werden neue Ziele definiert.

Nur Niedersachsen: Zur Umsetzung des reformierten Bundesteilhabegesetzes (BTHG) wurden vom niedersächsischen Sozialministerium unter dem Namen
B.E.Ni (=
Bedarfsermittlung Niedersachsen) Vorgaben zur Bedarfsermittlung und Hilfeplanung entwickelt, die ab dem Jahr 2023 für die Eingliederungshilfe verbindlich vorgeschrieben sind. Gemäß diesem Verfahren werden die Hilfeziele – formal hierarchisch gegliedert in
Leitziel,
Rahmenziele und
Ergebnisziele – als Ergebnis der Gesamtplankonferenz unter Federführung des Leistungsträgers festgelegt . Die betreuende Einrichtung bekommt die festgelegten Hilfeziele quasi als "Arbeitsauftrag" auf einem Formularsatz F4 übermittelt. Hier trägt der Leistungserbringer für jedes der vorgegebenen Ergebnisziele seine Maßnahmenplanung ein und übergibt den vollständig ausgefüllten Bogen F4 dem Leistungsberechtigten zur Kenntnis. Wenn der Zeitraum des Verfahrens ausläuft und der Überprüfungstermin näher rückt, erstellt der Leistungserbringer einen ausführlichen Verlaufsbericht und geht detailliert auf die einzelnen Ergebnisziele ein, die in diesem Zeitraum verfolgt wurden. Diese Berichterstattung erfolgt auf dem Formularsatz F5-LE. Er wird an den Leistungsträger zu übermittelt.
Für die Bearbeitung von B.E.Ni F4 und F5-LE bietet das weboffice.sozial spezielle Dialogbereiche, die eine komfortable und rechtskonforme Bearbeitung gewährleisten.

Stärke des weboffice.sozial ist seine Praxisorientierung: es unterstützt die unterschiedlichen Arbeitsinhalte und -abläufe, die im Betreuungsverlauf anfallen. Wesentliches Element sind dabei die Textvorlagen. Es handelt sich um Korrespondenz für diverse Zwecke, Anträge, Vollmachten, Stellungnahmen etc., die im weboffice.sozial zentral hinterlegt und fallweise abgerufen werden. Klickt der Benutzer auf eine solche Vorlage, öffnet sich das betreffende Dokument in Word und wird automatisch mit allen im weboffice.sozial verfügbaren Angaben zum Klienten, dem Hilfeverhältnis, dem Betreuer und seiner Einrichtung vorbelegt. Für betreute Wohnprojekte werden ca. 20 verschiedene weboffice.sozial-Textvorlagen genutzt. Die Vorlagen können bedarfsweise abgeändert oder auch komplett neu erstellt werden. In der Regel erledigen wir dies ohne separate Berechnung im Rahmen des regulären Supports. Wenn ein Kunde es wünscht, kann er auch Textvorlagen eigenständig in das weboffice integrieren. Dazu ist kein Spezialwissen erforderlich: es handelt sich um Word-Dokumente, die an den gewünschten Stellen Textfelder mit vordefinierten Bezeichnungen enthalten.